Geschichte des Tettenborner Schützenwesens

 

 Nach neuesten Forschungen wurde vor 120 Jahren erstmals als Gründungsdatum das Jahr 1894 benannt worden. Da es zunächst weder Akten und Urkunden aus der Gründerzeit gab, wurde das Gründungsjahr nach einer Aufschrift auf einer alten Fahne auf das Jahr 1839 fest- gelegt. Anhand eines Zeitungsausschnittes, der in der Kirchenchronik des Pastors Dr. Jacob gefunden wurde, war das viele Jahre später. 70 Jahre später erfolgte dann die Gründung der Damenriege.

 Aus den mündlichen Überliefe- rungen sollte der Verein vermutlich seinen Ursprung bei den Vorgängern der Bürgerwehr in Preußen gehabt haben. Die Mitglieder bestanden vielfach aus Kriegsveteranen, die aus den freiwilligen Heeresverbänden kamen.

 Mit ihrer Konzeption, sich auf eine Nation zu verpflichteten, zeigten die Mitglieder dies mit ihrer Fahne. Es war ein nach außen hin sichtbaren Erkennungszeichen. Dieses Zeichen, eine seidene Fahne, mit Preußenadler und der Aufschrift 1841, ist bis zum heutigen Tage er- halten geblieben. Wogegen viele andere Vereinsfahnen das Jahre 1945, aus welchen Gründen auch immer, nicht überlebt haben.

 

Abbildung 1 Zeitungsausschnitt aus dem Jahre 1900

Das Schützenfest

 Erstmals wurde das Schützenfest am 29. Juni 1895 gefeiert, nachdem 1894 von dem Provinzial-Chaussee-Aufseher Eduard Schaar dieses ins Leben gerufen wurde. Mit der Ausrich- tung des Schützenfestes, hörte auch der Brauch des Hammelfestes auf. Der ursprüngliche festgelegte Ablauf blieb weitestgehend bis in die 1980er Jahre erhalten. Irgendwann konnte man es sich aus Zeitgründen leisten, von Freitag bis Montag zu feiern. Die letzten Jahrzehnte brachten dann entsprechende Einschnitte. Das Fest wurde wieder auf zwei Tage verkürzt. Der Veranstaltungstermin für das Schützenfest wurde bereits damals auf das erste Wochenende um den 1. Juli gelegt, gefeiert wurde zunächst immer am Sonntag und Montag.

Auch gehörte rund 100 Jahre der Kirchgang zur festen Einrichtung des Festablaufs. Erst seit 1987 verlagerte man den Gottesdienst ins Festzelt.

Für die Ausrichtung des Festes gab es eine Ausschrei- bung und der am höchsten bietende Gastwirt bekam für 3 Jahre einen Pachtvertrag zur Ausrichtung des Festes und mußte die Musik stellen. Früher waren die Schützen viel mehr in die Durchführung des Festes eingebunden. So mußten z.B. aus den beiden Zügen Schützen abgestellt werden die getrennt nach Burschen und Frauen das Tanz- geld einnahmen. Auch der Bierausschank wurde von den Schützendurchführen.

 

Abbildung 2 Budenaufbau in den 1930er Jahren

 Bei den Bierkosten wurden nach Mitgliedern und Nichtmitglieder unterschieden. 1899 wurde für einen Krug von den Schützen 75 Pfennig pro Krug bezahlt und die Nichtmitglieder zahlten 1,25 Mark.

 Höhepunkt des Festes war immer der große Zapfenstreich und der Parademarsch der Schützen. Zum Marsch oder Festumzug waren alle Vereinsmitglieder verpflichtet. Die Übun- gen hierzu fanden mehrere Wochen vor dem Fest abends von Dienstag bis Freitag statt. Zum Parademarsch wurde mit Gewehr marschiert. Die Schützen, welche dann nicht am Patrade- marsch teilnahmen, mußten ein Strafgeld von 1 Reichsmark zahlen. Das Strafgeld wurde vom Feldwebel durch den Schützendiener eingesammelt. Wer nicht zahlen wollte, wurde aus dem Verein ausgeschlossen.

 Seit der Jahrhundertwende 1900 waren die Schulkinder Bestandteil des Festes. Die Unterstützung gab es von der Schule und den Lehrern der hiesigen Volksschule. Die Kinder wurden am 2. Festtag dem Montag von der Schule abgeholt und erhielten für die Teilnahme eine Apfelsine. Mit dem Ende des Schulortes Tettenborn sah es zunächst nicht danach aus, daß dieseTradition fortgesetzt wird.

Doch Dank der Gründung der Damenriege, konnte diese Tradition des Schützenfestes ab 1982 fortgeführt werden. Heute kommen die teilnehmenden Kinder vom SUS-Sportverein oder für kurze Zeit auch vom Kindergarten Sterntaler.

 Damit auch die älteren Schützen am Umzug teilnehmen konnten, beschloß der Vorstand im Jahre 1933, daß die älteren Mitglieder mit der Kutsche fahren durften. Auch in späteren Umzügen sah man hin und wieder einen festlich geschmückten Wagen für die älteren Festzugsteilnehmer.

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